Networking – 4 Schritte zum erfolgreichen Netzwerk

Wovon hängt Erfolg ab? Ehrgeiz, Fleiß und gute Arbeit sind drei Faktoren, die zusammen mit Glück eine Grundlage bilden – aber sie reichen nicht. Wer alle Wege und Mittel zum Erfolg nutzen möchte kommt um das Thema Networking nicht herum.

Beispielsweise wird eine große Anzahl der zu besetzenden Stellen (die Plattform „Xing“ spricht von bis zu 50%) auf Basis von Beziehungen vergeben. Daher raten viele erfolgreiche Manager dazu, sich frühzeitig und gezielt Unterstützer und Förderer zu suchen und ein persönliches Netzwerk aufzubauen. Besonders gewinnbringend ist dieses „Networking“ bei jeder beruflichen Veränderung: Insider-Informationen über offene Stellen oder das Klima in einem Unternehmen können im Bewerbungsprozess helfen. Oft wird darüber auch das initiale Gespräch mit HR unnötig. Doch auch wer sich innerhalb seiner Firma verändern möchte sollte networken, denn hier hat die persönliche Beziehung – im Gegensatz zu einer Bewerbung von außen – eine deutlich stärkere Gewichtung. Ein gutes Netzwerk geht über die Unternehmensgrenzen hinaus. Für die aktuelle Generation gilt stärker denn je: Eine abgesicherte Konzernkarriere ist unwahrscheinlich, kein Job ist wirklich sicher. Die letzten Wellen von Siemens-Entlassungen haben das deutlich demonstriert. Von diesen Arbeitnehmern haben jene mit großem Netzwerk die größten Chancen schnell eine passende Alternative zu finden. Aber auch im positiven sind Netzwerke außerhalb der Firma förderlich, wie die Wechsel auf höheren Managerebenen zwischen den Konzernen zeigen, z.B. des CTO von BMW der zu VW gegangen ist.

Networking ist jedoch nicht zu verwechseln mit einer zufälligen Pflege von Kontakten. Wer richtig Networking betreiben will sollte strategisch vorgehen. Die folgenden vier Schritte zeigen die Stufen eines professionellen Networkings.

1) Wer ist für mich und meine Ziele wichtig?

Als ersten Schritt solltest du dir im Klaren über deine Ziele und dem was du beruflich erreichen möchtest sein. Das ist die Basis für die Identifikation und Einstufung von Kontakten und der Informationen, die du von jemanden erhalten kannst.

Praxis Tipp: Du kannst schnell herausfinden welche Kontakte für dich wichtig sind, indem du dir folgende Fragen stellst:

  • Wer ist für meine Karriere wichtig?
  • Wer hat Einfluss auf mich und meine Ziele?

Notiere dir Namen und Rollen dieser „Zielpersonen“ sowie den Grund warum sie für dich wichtig sind: Haben diese Personen etwas das du brauchst, zum Beispiel bestimmte Kenntnisse oder Fähigkeiten? Oder Einfluss auf jemanden, der dir zu einem Karrieresprung verhelfen könnte (sogenannte „Multiplikatoren“)? Gegebenenfalls stößt du auch auf Personen, die dich negativ beeinflussen könnten und dir und deiner Karriere nicht wohlgesonnen sind. Sammle möglichst viele Informationen und schreibe sie auf. Mit diesem Überblick legst du den Grundstein für dein Netzwerk.

2) Was kann ich anderen bieten?

Gute Netzwerke funktionieren nach dem Prinzip des Gebens und Nehmens. Viele unerfahrene Netzwerker versuchen ihr Netzwerk auszuschlachten und möglichst viel Nutzen daraus zu schlagen. Das kann kurzfristig gut gelingen, jedoch auch wie ein Bumerang zu einem späteren Zeitpunkt als schlechter Ruf zurückkommen und das Vorankommen blockieren. Auf lange Sicht ist ein Netzwerk umso erfolgreicher, je mehr man anbietet und sich engagiert. Wer viel gibt, der wird in Zeiten, in denen er Unterstützung braucht, diese auch erhalten. Für eine erfolgreiche Kontaktaufnahme musst du die Bedürfnisse des Anderen kennen und dir bewusst machen womit du das Interesse des Anderen gewinnen kannst. Sei kreativ – ein gutes Netzwerk geht wie bereits erwähnt auch über das eigene Unternehmen hinaus. Wecke das Interesse anderer!

Praxis Tipp: Überlege, welche Gemeinsamkeiten du mit deiner „Zielperson“ hast: Vielleicht ist es die Vorliebe spät in die Mittagspause zu gehen, ein gemeinsamer Kontakt oder ein Hobby, das ihr teilt. Aber auch einfach nur der freundliche Umgang mit dem anderen, etwas, das manchmal viel zu selten vorkommt, kann schon ein Türöffner sein. Sammle Informationen darüber, womit sich der andere gerade beruflich beschäftigt und überlege, ob du Informationen, Tipps oder Ideen hast, die ihm weiterhelfen können. Schreibe all diese Dinge strukturiert auf und du hast eine gute Grundlage um den Kontakt aufzunehmen.

Damit kannst du loslegen!

3) Kontaktaufnahme

Alleine das Wissen welches du nun gesammelt hast bringt dich natürlich noch nicht an das Ziel. Jetzt geht es um den spannendsten Teil des Networkings: die Kontaktaufnahme.

Gehen wir zuerst von dem Fall aus, dass du die Zielperson bereits kennst, aber noch keine Beziehung zu ihr aufgebaut hast. In Schritt 1 und 2 hast du dir schon Gedanken über die Bedürfnisse dieser Person gemacht und es mit dem, was du geben kannst, abgeglichen. Nun geht es darum, das Interesse der Zielperson auf dich zu richten. Das ist wesentlich einfacher als viele vermuten, wie folgende Beispiele zeigen:

  • Wenn sich die Zielperson beruflich aktuell mit neuen Technologien / Themen / Produkten beschäftigt, kannst du ihr einen spannenden Artikel aus einer Fachzeitschrift oder einem Newsletter senden. Betone eure Gemeinsamkeiten indem du erwähnst, dass dich das Thema ebenfalls interessiert.
  • Du nimmst Teil an einem Vortrag oder Meeting deiner Zielperson in dem sie ein Thema vorstellt. Bekräftige die Position deiner Zielperson beispielsweise mit Sachargumenten oder deiner bisherigen Erfahrung. Sollten dir keine Argumente einfallen, kannst du dich als Alternative grundsätzlich positiv zum Thema äußern in dem du betonst, wie hilfreich und wichtig das Thema ist, wie gut du die Inhalte findest oder wie dir der Vortrag gefallen hat.
  • Melde dich später wieder bei der Zielperson und verabrede dich mit ihr zum Austausch beim Kaffee oder Mittagessen.

Das „emotionale Geben“ kann hier eine wichtige Rolle spielen – schließlich steckt hinter jeder „Zielperson“, hinter jedem Kollegen und jeder Führungskraft, auch ein Mensch wie du selbst. Schaffst du es das Selbstwertgefühl einer Person zu steigern, wirst du automatisch jemand sein, dem sie zuhört und mit dem sie sich im geschäftlichen Umfeld gerne umgibt.

Doch wie soll man vorgehen, wenn man die „Zielperson“ noch nicht persönlich kennt? Hier muss die Kontaktaufnahme wohlüberlegt sein. Wer seine Hausaufgaben aus Punkt 1 und 2 gemacht hat, wird sich auch hier leichter tun.

Beispiele für die Kontaktaufnahme zu bisher fremden Personen im gleichen Unternehmen:

  • Halte dich in der räumlichen Nähe der Person auf um ein spontanen Small Talk zu ermöglichen.
  • Überprüfe Möglichkeiten einer Zusammenarbeit, beispielsweise in einem gemeinsamen Projekt.
  • Habt ihr einen gemeinsamen Kontakt, so kannst du diesen direkt um gegenseitige Vorstellung bitten.

Beispiele für die Kontaktaufnahme zu bisher fremden Personen außerhalb des Unternehmen:

  • Sich vorstellen lassen: auf Plattformen wie Xing oder LinkedIn gibt es die Möglichkeit nach Personen zu suchen und sich dann die gemeinsamen Bekannten anzeigen zu lassen. Wenn du einem gemeinsamen Kontakt mit deiner Zielperson hast, kannst du deinen Kontakt bitten euch gegenseitig vorzustellen.
  • Direkt anschreiben: Das ist zwar nichts für Schüchterne aber es funktioniert besser als viele vermuten. Tipp: Wer die E-Mail mit etwas Positivem wie einem Lob oder Dank beginnt, stößt eher auf offene Ohren.

Nachdem der Erstkontakt aufgebaut ist, geht es darum das Interesse des anderen zu wecken. Versuche einen Bezug zu deinem neuen Kontakt zu schaffen, beispielsweise durch das Hervorheben von Gemeinsamkeiten, thematischen Schnittstellen oder durch das Stellen von intelligenten Fragen und einem ehrlichen Interesse an deinem Gegenüber.

Damit es nicht nur bei einem einmaligen Austausch bleibt, ist es sinnvoll sich gleich zu einem Folgetreffen zu verabreden. Ein gemeinsames Mittagessen bietet sich im beruflichen Kontext besonders gut an. Wenn das klappt: Herzlichen Glückwunsch! Dein Netzwerk ist gewachsen.

4) Kontaktpflege

Ein gutes Netzwerk aufzubauen ist eine Sache – es zu pflegen die andere. Versuche in Kontakt zu bleiben. Eine kurze Nachfrage zum aktuellen Projekt des anderen; ein Anruf zum Geburtstag; eine weitergeleitete Information oder ein interessanter Fachartikel, den du gelesen hast… Es gibt viele Möglichkeiten sich beim anderen immer wieder positiv in Erinnerung zu rufen und den Kontakt zu erhalten. Übertreibe es dabei nicht, jeden Tag eine Mail von dir wird den anderen eher nerven – und ab einer gewissen Größe wird es auch schwer, dein Netzwerk auf diese Art und Weise zu pflegen. Aber versuche eine Regelmäßigkeit in eure Kommunikation zu bringen.

Praxis Tipp: Profi-Netzwerker gehen davon aus, dass eine gute Kontaktpflege mit 3-4 Personen pro Tag möglich ist, also maximal 1.000 Personen insgesamt – und investieren dafür mehrere Stunden täglich. Je nachdem wie viel Zeit du zur Verfügung hast bzw. bereit bist zu investieren, kannst du die Personen in deinem Netzwerk priorisieren. Das heißt, du unterteilst in Kategorien „flüchtig“, „interessant“ und „wichtig“. Ein Kontakt, der viel gibt und in der eigenen Karriereplanung sehr nützlich ist, wird „wichtig“. Ein Kontakt dagegen, der nur eigene Vorteile herausziehen will, fällt komplett von der Liste oder wird „flüchtig“. Entsprechend deiner Einordnung investierst du nun mehr oder weniger. Ein flüchtiger Kontakt bekommt nur eine Nachricht zum Geburtstag, während ein wichtiger Kontakt neueste Informationen bekommt, die für ihn wichtig sein könnten. So schaffst du dir Zeit für neue Kontakte und entwickelst ein Netzwerk der Juwelen.

Diese vier Schritte sind das Grundgerüst des Netzwerkens. Nutze die Instrumente die du hier gelernt hast, setze sie geschickt und kontinuierlich ein – und mit der Zeit wird dein Netzwerk wie von alleine wachsen.

 

Zusammenfassung
Networking - 4 Schritte zum erfolgreichen Netzwerk
Titel
Networking - 4 Schritte zum erfolgreichen Netzwerk
Beschreibung
Beruflicher Erfolg kann auch von der Größe des Netzwerks abhängen, das man hat und pflegt. Wir geben dir eine Anleitung zum erfolgreichen Networking.
Christian

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Christian recherchiert und schreibt als Autor für enliwo.de

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