Sich gut verkaufen oder schummeln – wo sind die Grenzen?

Wer Karriere machen will, der muss ein Verkaufstalent sein. Das heißt nicht, dass er besonders gut Waren an den Mann bringen können muss. Vielmehr muss man sich selbst verkaufen können.  Auf einem Gebiet absoluter Experte zu sein ist schön und gut. Was nützt es einem, wenn dein Chef und die Kollegen das nur ahnen können? Viel Berufserfahrung zu haben und wichtige Projekte gestemmt zu haben ist super. Aber weiß das der Personaler, der mir im Vorstellungsgespräch gegenübersitzt? In diesen Fällen hilft es tatsächlich sich selbst als Ware zu sehen, die es zu verkaufen gilt: Dem Chef, dem potenziellen Arbeitgeber oder den Kollegen. Selbstmarketing!

Wie bei allem im Leben gibt es auch beim Selbstmarketing Regeln, die es zu beachten gilt. „Dos und Don’ts“. In diesem Artikel wollen wir zeigen was bei der Selbstdarstellung erlaubt ist – und wo die Grenzen liegen.

Immer empfehlenswert:

Eigene Leistungen erwähnen.

Wenn du etwas erreicht hast worauf du stolz bist, dann brauchst du das nicht für dich zu behalten. In deinem Lebenslauf stehen in der Regel nur berufliche Stationen. Beim Vorstellungsgespräch solltest du aber auf jeden Fall erwähnen, wenn du besondere persönliche Erfolge im Arbeitsleben vorzuweisen hast. Auch Dinge, die über die im Lebenslauf erwähnte Berufsbezeichnung hinausgehen und privates Engagement kannst du ansprechen. Denn woher soll dein Gegenüber sonst davon erfahren?

Auch unternehmensintern kannst du deine Leistungen immer mal wieder positiv erwähnen und die Kollegen oder den Chef daran erinnern, was du geleistet hast. Wichtig ist allerdings, dass es in den Kontext passt und du nicht ins Blaue hinein anfängst dich selbst zu loben.

Kontakte nutzen.

Nicht verboten ist es, dass du Kontakte nutzt um beruflich weiterzukommen. Schließlich hast du dir dein Netzwerk mit viel Mühe aufgebaut und pflegst es. Sieh es als Ressource an die du nutzen kannst um dich selbst zu vermarkten. Vielleicht kennst du Frau Müller, die wiederum Herr Huber gut kennt, der für die Vergabe der internen Stelle zuständig ist, die dich brennend interessiert. Möglicherweise kannst du Frau Müller, die dir einen Gefallen schuldet, darum bitten ein gutes Wort für dich bei Herrn Huber einzulegen – und dich damit in eine bessere Ausgangsposition zu bringen.

Bedingt empfehlenswert:

Etwas übertreiben.

Kleine Übertreibungen sind sicher ein Grenzfall, wenn es um Selbstmarketing geht. Wenn du bei einem Gespräch eines deiner alten Projekte als vollen Erfolg verkaufst, obwohl die Ziele gerade so erreicht wurden, dann ist das vielleicht gerade noch in Ordnung. Oder wenn du eine alte Stelle als sehr interessant und herausfordernd bezeichnest, obwohl sie dich eigentlich gelangweilt hat. Besser ist es aber sich an die Fakten zu halten: Eine gute Leistung spricht für sich und muss nicht noch ausgeschmückt werden.

Unbedingt zu vermeiden:

Zeugnisse fälschen.

Ein ganz klares No-Go. Wer Zeugnisse fälscht läuft nicht nur Gefahr bei Entdeckung seinen Job zu verlieren und seinen Ruf extrem zu schädigen, sondern macht sich auch noch der Urkundenfälschung strafbar. Neben der ruinierten Karriere drohen hohe Geldbußen oder in schweren Fällen sogar mehrjährige Haftstrafen. Schon der Versuch ist strafbar, es gilt also: Denke nicht mal daran!

Lügen.

Genauso tabu wie etwas zu fälschen ist es zu lügen. Also beispielsweise von Erfahrungen zu sprechen, die man nie gemacht hat. Denn Lügen haben ja bekanntlich kurze Beine und kommen früher oder später immer ans Licht. Und dann kann es schnell sehr peinlich für dich werden. Auch hier gilt: Einfach nicht machen – du hast genügend wahre Geschichten zu erzählen.

Christian

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Christian recherchiert und schreibt als Autor für enliwo.de

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